TU-Studie/Befragungsaktion

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Studie der TU-Dortmund/Befragung auswärtig untergebrachter Dortmunder Behinderter

Arbeitsgruppe “Rückkehrer “ eingerichtet

2010 wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter Federführung von Bethel vor Ort eine Befragungsaktion auswärtig untergebrachter ehemaliger Dortmunder Bürger vorbereitete. In einem ersten Schritt sollten alle die aufgesucht und und zu ihrer Lebenssituation befragt werden, die noch nicht länger als 5 Jahre in der auswärtigen Einrichtung lebten und alle die, die noch keine 30 Jahre alt waren. Ausgenommen wurden Personen, die in der direkten Nachbarschaft zu Dortmund wohnten und bei denen gleichzeitig sichergestellt sei, dass die Einrichtungsträger selbst den Betroffenen Wahlmöglichkeiten für eine Rückkehr zusichern. Weiterhin Minderjährige, die die Dortmunder Sozialverwaltung im Blick habe und denen bei Erreichen der Volljährigkeit ein Angebot zur Rückkehr gemacht werde.

TU Dortmund-Projekt

Die Befragungsaktion wurde  durchgeführt zwischen Okt2011-Febr.2012 im Rahmen eines Seminars der TU Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaft unter Leitung von Dipl.Reha-päd. Inke Grauenhorst.  Die Dortmunder Selbsthilfe arbeitet in der Arbeitsgruppe Rückkehrer mit. In den durchgeführten Interviews mit den ehemaligen Dortmunder Bürgern sollten unter dem Oberbegriff „Heimat“ deren aktuellen Lebensumstände und-zufriedenheit, bestehende Bezüge zur alten Heimatstadt und etwaige Pläne für die Zukunft erfragt werden.

Aus Datenschutzgründen war es dem Sozialhilfeträger “Landschaftsverband Westfalen-Lippe” überlassen, den Erstkontakt zu den Einrichtungsträgern und den jeweiligen Vormündern herzustellen. Diese sollten mit den Betroffenen abklären, ob sie an einer Befragung teilnehmen wollten. Mit einem weiteren Schreiben wandte sich die TU Dortmund an die Einrichtungen, um das Projekt vorzustellen. Bis zum 1.9.2011 hatte es bei angeschriebenen 142 Personen lediglich 60 Rückmeldungen gegeben von Betreuern oder Einrichtungen. Wenige Betroffene hatten eine Befragung abgelehnt. In zahlreichen Fällen wurde von Einrichtungen/Betreuern darauf verwiesen, dass die Betroffenen nicht kommunizieren können. In 19 Fällen wurde ein Interview gewünscht.

Wegen der geringen Rücklaufquote schickte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein „Erinnerungs“-Schreiben hinterher, um säumige Einrichtungen/Betreuer zu einer Reaktion anzuhalten. Diese Mahnung zeigte Erfolge: Stand 15.11.2011 blieben lediglich noch 10 Anschreiben ohne Reaktion. In 32 Fällen wurde ein Interview von den ehemaligen Dortmunder Bürgern  gewünscht. Studierende der TU Dortmund suchten die über ganz Westfalen verstreuten Betroffenen auf.

 Nach weiteren Absagen (über die Gründe kann man nur mutmaßen) wurden letztlich 23 Interviews geführt. Die Äußerungen von Interviewten zeigten wie erwartet ein differenziertes Bild: es gibt die, die sich am neuen Wohnort wohlfühlen, einer war ganz entsetzt: “Ich bin Schalke-Fan, ich geh doch nicht nach Dortmund” ( was man als Dortmunder natürlich nur schwer verstehen kann!); dann welche, die klar äußerten, wieder zurückkehren zu  wollen. Aufgefallen war den Interviewern, dass viele der Befragten darüber klagten, dass sich ansonsten niemand für ihre Wünsche interessiere.

Konkret äußerten von den 23 Interviewten 8 einen eindeutigen Rückkehrwunsch, es ergaben sich 6 sogenannte Grenzfälle, denen im Rahmen einer Masterarbeit durchStudierende der TU Dortmund weiter nachgegangen werden sollte. 2 Personen äußerten sich unzufrieden mit ihrer Lebenssituation, wollten aber nicht nach Dortmund zurück.

Betrachtet man die Studienergebnisse aus dem Blickwinkel der Teilhabe von Menschen mit Behinderung, so stellen sie allen Beteiligten, den Einrichtungsträgern und  dem  Kostenträger LWL, die gemeinsam für die Hilfeplanung zuständig sind,  ein Armutszeugnis aus. Ofensichtlich findet Teilhabe bei der Hilfeplanung nicht statt.

Der Abschlußbericht des Forschungsprojekts der TU Dortmund unter dem Titel: Lebenswelten und Heimatempfinden von Dortmunder Bürger/innen in auswärtigen Sozialräumen” liegt seit dem 16.10.2012 vor. Veröffentlicht ist er im Internetauftritt der Stadt Dortmund unter:

     http://www.dortmund.de/media/p/mb/downloads_mb/behindertenpolitischesnetzwerk/Abschlussbericht_Rueckke hrer_Stand29_10_12.pdf (zuletzt abgerufen am 10.1.2015)

Zu den Konsequenzen, die aus der Studie gezogen wurden, weiter auf der Seite

Was passierte nach der TU-Studie